3.2.19

Sehzeichen

Unter dem Arbeitstitel "Sehzeichen" entsteht zur Zeit die vierte Arbeit zum Thema Migration und Sterben im Mittelmeer.
Es ist der Versuch die unfassbare Dimension des Leidens mit künstlerischen Mitteln greifbar vor Augen zu führen. 

Während  bei "Patera" und "Kreuzfahrt"  noch symbolische Elemente die Wirkung der  Arbeit bestimmten, wurde  bei der Stele "Agua Amarga"  durch die ständig aktualisierten Zahlen das Ausmaß des Sterbens konkret benannt.

Bei der jetzt  begonnenen Arbeit "Sehzeichen" beabsichtige ich bei der Konkretisierung noch einen Schritt weiter zu gehen.  
Wir glauben nur was wir sehen.


Die Gestaltung des  Leuchtturms  hat begonnen
Die Grundidee ist, vor einem Leuchtturm  einen Berg mit knapp 18000 toten Männern Frauen und Kindern  darzustellen.
Das ist die Zahl der seit 2014 auf der Flucht im Mittelmeer ertrunkenen Menschen.

Die Auswahl der Materialien wird sich im Verlauf der Arbeit ergeben. 
Um eine Ahnung von den realen Dimensionen zu vermitteln wird eine maßstabsgerechte Darstellung zu beachten sein . Aus Gründen der Praktikabilität  habe ich mich für den Maßstab 1:87 entschieden.  
Dieser Maßstab  (H0) ist im Modellbau eine gängige Größe.

Dem Maßstab folgend wird Leuchtturm mit ca. 48 cm Höhe in etwa der Höhe  von Westerheversand entsprechen.


Eine besondere Herausforderung stellt die Beschaffung einer so großen Menge von Modellbaufiguren dar. Möglicherweise hilft dabei ein Aufruf auf facebook. Über die weitere Entwicklung werde ich hier berichten.


23.12.18

Schon wieder ein Jahr vergangen....



... ein Jahr mit eiderart.info in veränderter Form.
Auch im kommenden Jahr lohnt es sich immer wieder mal reinzuschauen.

16.11.18

Nur eine Zahl...?

Es war heute eine etwas unwirkliche Atmosphäre, als ich im Husumer Rathaus an der Stele "Agua Amarga" die Zahl der seit 2014 im Mittelmeer ertrunkenen Menschen aktualisierte. 

Beim Standesamt fand gerade eine Trauung statt, fröhliche Menschen waren unterwegs, in der Digitalanzeige spiegelte sich das Bild der hellen Rathaushalle und vermischte sich mit der aktuellen Zahl der 17.402 Toten. 




Allein seit Eröffnung der Ausstellung vor 13 Tagen ist die Zahl der ertrunkenen Männer, Frauen und Kinder um 67 gestiegen.

Die Ausstellung des Husumer Kunstvereins im Rathaus dauert noch bis Anfang Januar 2019. Das Sterben im Mittelmeer dauert vermutlich länger.....


2.11.18

Ausstellung im Husumer Rathaus



Nach der Ausstellung im Tönninger Packhaus haben zwei Objekte zum Thema Flucht und Meer - "Kreuzfahrt" und "Agua Amarga" - die Reise nach Husum angetreten. Sie sind dort in der dritten Etage zu besichtigen.

 

6.10.18

30 Jahre

Habe heute zufällig festgestellt, dass ich seit 30 Jahren mit meinen Arbeiten auf Ausstellungen unterwegs bin.
Zwischen der Freien Berliner Kunstausstellung im Jahr 88 und der diesjährigen Packhaus-Austellung liegen Welten und ein halbes Leben. 



Der Katalog der FBK hatte über 400 Seiten - kein Wunder, nahmen doch weit über 2000 Künstlerinnen und Künstler an der Ausstellung in den Messehallen teil.

Ein Verteilerschlüssel sorgte dafür, dass zwei Drittel Berufskünstler und ein Drittel Freizeitkünstler ausstellen konnten. 
Die Ausstellung war darüber hinaus nicht juriert also frei im wahrsten Sinne des Wortes.




 
Vergleichbar sind weder die Ausstellungen noch die Kataloge, oder die Zeiten in denen sie entstanden sind.  

Alles hat seine Zeit - ich bin 30 Jahre älter und um einige Erfahrungen reicher. Geblieben ist die Kreativität und die Lust am Gestalten. 






 

6.9.18

Kunst im Packhaus 2018

Die diesjährige Ausstellung war wieder ein Erlebnis. Viele Gespräche, viele Fragen, sehr lebendig, aber auch mit Zeit und Ruhe zum stillen Betrachten.
 





 
Insgesamt etwa eintausend Besucher, zum Glück nicht alle gleichzeitig - wie man auf den Bildern von meiner Ausstellungsfläche sehen kann.


Auch im vierten Jahr hat sich das bewusst offene Konzept der Ausstellung bewährt.

 




Wie bereits in den Vorjahren zog "Kunst im Packhaus" nicht nur die typischen Ausstellungsbesucher an, die regelmäßig auf  Vernissagen in der Region anzutreffen sind.  
Der Umstand trägt sicher zur Lebendigkeit der Ausstellung bei.
Dazu kommt die besondere, rustikale Atmosphäre in dem historischen Gemäuer. Spannend auch wieder die Vielfalt der gezeigten Arbeiten. Wie immer kamen Künstler/innen und Besucher leicht ins Gespräch. Es waren zwei anstrengende aber wunderbare Tage die immernoch nachklingen.


 
Die aktuelle Arbeit "Kreuzfahrt" im Zentrum sorgte immer wieder für anregende Gespräche.... 




...wie die Objekte aus der Reihe"Lebenszeit-Uhren"






26.8.18

Fertig zum Verladen - bald am Tönninger Hafen.....

"Kreuzfahrt" 2018
 "Kunst im Packhaus" am 1. und 2. September
 im Packhaus am Tönninger Hafen 
 
„Kreuzfahrt“ ist meine dritte Arbeit in der Reihe Flucht und Meer. Sie wird im Rahmen der Packhaus-Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen sein. In dem im Juni 2018 fertiggestellten Objekt sind neben Kupfer, Zinn und Holz multimediale Elemente verarbeitet*.                           Maße: 250 x 120 x 225 cm 

Zum Titel:
Täglich riskieren Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Gewalt in seeuntüchtigen Booten auf dem Mittelmeer ihr Leben.
 

Zur gleichen Zeit sind dort luxuriösen Schiffe auf Kreuzfahrt unterwegs. Im Katalog eines großen Kreuzfahrtanbieters heißt es unter anderem: „LA VITA BELLA AM MITTELMEER … wer über das Mittelmeer spricht, gerät schnell ins Schwärmen.“
 

Im Mittelmeer und angrenzenden Gewässern sind seit 2014 fast 17.000 Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht ertrunken.

*Quelle der verwendeten Ton- und Bildelemente: Sea-Watch e.V. - gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat.
www. sea-watch.org