16.11.18

Nur eine Zahl...?

Es war heute eine etwas unwirkliche Atmosphäre, als ich im Husumer Rathaus an der Stele "Agua Amarga" die Zahl der seit 2014 im Mittelmeer ertrunkenen Menschen aktualisierte. 

Beim Standesamt fand gerade eine Trauung statt, fröhliche Menschen waren unterwegs, in der Digitalanzeige spiegelte sich das Bild der hellen Rathaushalle und vermischte sich mit der aktuellen Zahl der 17.402 Toten. 




Allein seit Eröffnung der Ausstellung vor 13 Tagen ist die Zahl der ertrunkenen Männer, Frauen und Kinder um 67 gestiegen.

Die Ausstellung des Husumer Kunstvereins im Rathaus dauert noch bis Anfang Januar 2019. Das Sterben im Mittelmeer dauert vermutlich länger.....


2.11.18

Ausstellung im Husumer Rathaus



Nach der Ausstellung im Tönninger Packhaus haben zwei Objekte zum Thema Flucht und Meer - "Kreuzfahrt" und "Agua Amarga" - die Reise nach Husum angetreten. Sie sind dort in der dritten Etage zu besichtigen.

 

6.10.18

30 Jahre

Habe heute zufällig festgestellt, dass ich seit 30 Jahren mit meinen Arbeiten auf Ausstellungen unterwegs bin.
Zwischen der Freien Berliner Kunstausstellung im Jahr 88 und der diesjährigen Packhaus-Austellung liegen Welten und ein halbes Leben. 



Der Katalog der FBK hatte über 400 Seiten - kein Wunder, nahmen doch weit über 2000 Künstlerinnen und Künstler an der Ausstellung in den Messehallen teil.

Ein Verteilerschlüssel sorgte dafür, dass zwei Drittel Berufskünstler und ein Drittel Freizeitkünstler ausstellen konnten. 
Die Ausstellung war darüber hinaus nicht juriert also frei im wahrsten Sinne des Wortes.




 
Vergleichbar sind weder die Ausstellungen noch die Kataloge, oder die Zeiten in denen sie entstanden sind.  

Alles hat seine Zeit - ich bin 30 Jahre älter und um einige Erfahrungen reicher. Geblieben ist die Kreativität und die Lust am Gestalten. 






 

6.9.18

Kunst im Packhaus 2018

Die diesjährige Ausstellung war wieder ein Erlebnis. Viele Gespräche, viele Fragen, sehr lebendig, aber auch mit Zeit und Ruhe zum stillen Betrachten.
 





 
Insgesamt etwa eintausend Besucher, zum Glück nicht alle gleichzeitig - wie man auf den Bildern von meiner Ausstellungsfläche sehen kann.


Auch im vierten Jahr hat sich das bewusst offene Konzept der Ausstellung bewährt.

 




Wie bereits in den Vorjahren zog "Kunst im Packhaus" nicht nur die typischen Ausstellungsbesucher an, die regelmäßig auf  Vernissagen in der Region anzutreffen sind.  
Der Umstand trägt sicher zur Lebendigkeit der Ausstellung bei.
Dazu kommt die besondere, rustikale Atmosphäre in dem historischen Gemäuer. Spannend auch wieder die Vielfalt der gezeigten Arbeiten. Wie immer kamen Künstler/innen und Besucher leicht ins Gespräch. Es waren zwei anstrengende aber wunderbare Tage die immernoch nachklingen.


 
Die aktuelle Arbeit "Kreuzfahrt" im Zentrum sorgte immer wieder für anregende Gespräche.... 




...wie die Objekte aus der Reihe"Lebenszeit-Uhren"






26.8.18

Fertig zum Verladen - bald am Tönninger Hafen.....

"Kreuzfahrt" 2018
 "Kunst im Packhaus" am 1. und 2. September
 im Packhaus am Tönninger Hafen 
 
„Kreuzfahrt“ ist meine dritte Arbeit in der Reihe Flucht und Meer. Sie wird im Rahmen der Packhaus-Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen sein. In dem im Juni 2018 fertiggestellten Objekt sind neben Kupfer, Zinn und Holz multimediale Elemente verarbeitet*.                           Maße: 250 x 120 x 225 cm 

Zum Titel:
Täglich riskieren Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Gewalt in seeuntüchtigen Booten auf dem Mittelmeer ihr Leben.
 

Zur gleichen Zeit sind dort luxuriösen Schiffe auf Kreuzfahrt unterwegs. Im Katalog eines großen Kreuzfahrtanbieters heißt es unter anderem: „LA VITA BELLA AM MITTELMEER … wer über das Mittelmeer spricht, gerät schnell ins Schwärmen.“
 

Im Mittelmeer und angrenzenden Gewässern sind seit 2014 fast 17.000 Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht ertrunken.

*Quelle der verwendeten Ton- und Bildelemente: Sea-Watch e.V. - gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat.
www. sea-watch.org


 

3.8.18

Playing for change


Clandestino 
(Übersetzung songtexte.com)

Ich bin allein mit meinem Schmerz,
alleine steht meine Überzeugung.
Wegrennen ist meine Bestimmung, um das Gesetz auszutricksen.
Verloren im Innersten des großen Babylon. 
Sie nennen mich den Schwarzen, da ich keine Papiere habe.
Nach einer Stadt im Norden machte ich mich auf, um zu arbeiten.
Mein Leben endete zwischen Ceuta und Gibraltar. 
Ich bin ein Punkt im Meer, ein Phantom in der Stadt. 
Ich führe ein verbotenes Leben, sagen die Behörden.
Ich bin allein mit meinem Schmerz.
Alleine steht meine Überzeugung.
Wegrennen ist meine Bestimmung, da ich keine Papiere habe.
Verloren im Innersten von Babylon.
Sie nennen mich den Schwarzen,ich bin der Gesetzlose.
Schwarze Hand, schwarzer Peruaner, schwarzer Afrikaner, illegales Marihuana.
Alleine bin ich mit meinem Schmerz,
alleine steht meine Überzeugung, 
wegrennen ist meine Bestimmung, um das Gesetz zu umgehen.
Verloren im Innersten des großen Babylon.
Sie nennen mich den schwarzen Algerier, 
schwarzer Nigerianer,
schwarzer Bolivianer, 
 Schwarzer, illegale schwarze Hand.

Bitter

Diese Stele mit dem Titel "Agua amarga" (Bitteres Wasser) aus dem Jahr 2018 wird am 1.+2. Sept. während der Ausstellung "Kunst im Packhaus" 
in Tönning zu sehen sein.


Maße: 176 x 83 x 40 cm
Material: Holz - im Zentrum ein Glasbehälter  gefüllt mit Meer-Wasser von der spanischen Küste - Stacheldraht - ein digitales Zählwerk .

Das regelmäßig manuell aktualisierte Zählwerk zeigt die Anzahl der seit 2014 im Mittelmeer und im Meer vor Cadiz ertrunkenen Bootsflüchtlinge .
Die Zahlen werden zweimal wöchentlich von der IOM (International Organization for Migration) erhoben.

Aktuell sind von 2014  bis zum 3. 8. 2018
  
 16.862

Männer, Frauen und Kinder bei ihrer Flucht übers Mittelmeer ertrunken